# Die KI-Slang-Checkliste

**Woran man KI-geschriebene Texte erkennt, und wie du die Muster aus deinen
eigenen Texten bekommst.**

Von Steven Noack · stevennoack.de · Stand August 2026

KI-Assistenten schreiben grammatisch sauber und trotzdem erkennbar. Es sind
immer dieselben Muster. Diese Liste ist aus der täglichen Arbeit mit
KI-Textentwürfen entstanden: Jedes Muster hier habe ich in echten Entwürfen
gefunden und rausredigiert. Nutze sie als letzten Prüfschritt, bevor ein Text
unter deinem Namen rausgeht.

## Die neun Verräter

**1. Der Gedankenstrich als Dauerrhythmus**
KI-Texte lieben den langen Strich — so einen — oft mehrmals pro Absatz.
Menschen setzen ihn sparsam. Prüfung: Suche im Text nach „—". Mehr als einer
pro Absatz? Ersetze durch Komma, Punkt oder Doppelpunkt.
Der Strich ist übrigens nicht nur ein Stilproblem: Kopierst du KI-Text in
deutsche Formulare, fliegt er dir um die Ohren. Banküberweisungen (der
SEPA-Zeichensatz kennt ihn nicht), Krankenkassen-Portale und viele
Behörden-Formulare melden „ungültiges Zeichen". Der einfache Bindestrich „-"
geht überall durch.

**2. „Nicht X, sondern Y"**
Die Lieblingsfigur jeder KI, auch getarnt als „kein X, nur Y" oder als
Doppelsatz („Nicht die Technik. Die Pflege."). Einmal im Text: wirkungsvoll.
Dreimal: Fließbandware. Sag stattdessen einfach, was Sache ist.

**3. Die Dreier-Aufzählung (Triade)**
„Schnell, sicher und zuverlässig." KI-Modelle zählen fast immer in Dreiergruppen
auf, weil der Rhythmus gefällig ist. Prüfung: Sind es wirklich drei Dinge, oder
klang drei nur gut? Echte Aufzählungen dürfen zwei oder fünf Punkte haben.

**4. Die Spiegel-Konstruktion**
„Lesen kannst du sofort, gebaut wird gemeinsam." Zwei Satzhälften, die sich
symmetrisch spiegeln. Elegant, aber kein Mensch spricht so. Einmal pro Text
ist Stil, öfter ist Maschine.

**5. Die Anapher**
Drei Sätze hintereinander, die gleich beginnen. „Es geht um X. Es geht um Y.
Es geht um Z." Gilt auch für Aufzählungen, in denen jeder Punkt mit demselben
Wort startet.

**6. Der Aphorismus-Schluss**
KI-Texte enden gern mit einem Sinnspruch, der wie gestickt klingt. Prüfung:
Würdest du diesen Satz laut zu einem Freund sagen? Wenn nein, streichen oder
durch einen eigenen Gedanken ersetzen.

**7. Das Bedeutungs-Adjektiv**
„entscheidend", „kraftvoll", „nahtlos", „robust", „ganzheitlich" als
Füllwörter ohne Beleg. Jedes Adjektiv muss sich mit einem Fakt ausweisen
können, sonst fliegt es.

**8. Das Katastrophisieren**
Die KI pumpt Probleme auf, bis sie dramatisch klingen: „alles weg",
„jedes Mal von vorn", „kostet Wochen". Warnsignal sind die Absolutwörter:
jeder, alles, immer, nichts, für immer. Prüfung: Übersteht der Satz den
Einspruch von jemandem, der es besser weiß? Wenn nein, auf das ehrliche
Maß zurückschneiden. Das ehrliche Maß ist nebenbei das bessere
Verkaufsargument, weil es unangreifbar ist.

**9. Der inszenierte Gänsehaut-Moment**
„Stell dir den Moment vor: Du tippst deine Adresse ein, und da steht
deine Seite." Werbe-Pathos, das aus etwas Alltäglichem ein
Erweckungserlebnis macht. Dasselbe Aufpumpen wie beim Katastrophisieren,
nur in Rosa. Prüfung: Ist der Moment wirklich besonders, oder wird hier
feierlich eine Tür geöffnet? Dann nüchtern hinschreiben, was der Leser
bekommt.

## Der Drei-Minuten-Check vor dem Veröffentlichen

1. Text nach „—" durchsuchen, ersetzen
2. Nach „sondern" und „nicht nur" suchen, prüfen
3. Alle Aufzählungen zählen: Verdächtig viele Dreier?
4. Den letzten Absatz laut lesen: Klingt er nach dir oder nach Poesiealbum?
5. Adjektive prüfen: Steht hinter jedem ein Fakt?
6. Absolutwörter suchen (jeder, alles, immer, nichts): Hält die Behauptung
   dem Einspruch von jemandem stand, der es besser weiß?

## Der wichtigste Rat

Lies den Text einmal laut. Dein Mund findet die Maschinenstellen schneller
als dein Auge. Wo du beim Sprechen stolperst oder dich fremd fühlst, hat die
KI geschrieben und nicht du.

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