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            "Mein KI-Dashboard war kaputt. Repariert hat es sich fast von selbst."
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            "Eine Bibliothek hat sich ungefragt aktualisiert und einen Dienst zerlegt. Am Ende des Vormittags chatten f\u00fcnf KI-Anbieter mit meinem lokalen Zettelkasten."
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    "content": "\n\nHeute Morgen um sechs habe ich in mein Terminal getippt: \u201eWir hatten doch OpenWebUI aufgesetzt, richtig? Kannst du mir das starten?\"\n\nOpenWebUI ist die Oberfl\u00e4che meines selbstgebauten KI-Dashboards. Alles l\u00e4uft bei mir auf dem iMac: die Oberfl\u00e4che, der Speicher, die Chat-Verl\u00e4ufe. Nur das Denken kommt aus der Cloud, \u00fcber die Abos, die ich sowieso bezahle. Kein Cent extra pro Anfrage.\n\nClaude, mein KI-Werkzeug im Terminal, schaute zuerst in mein Ged\u00e4chtnis. Ich f\u00fchre seit Monaten einen Zettelkasten in Obsidian, rund 900 Notizen, und dort legen meine KI-Sessions ihre Erinnerungen ab. In einer Notiz vom 21. Juli stand der komplette Bauplan des Dashboards: welche Dienste, welche Ports, welche Stolpersteine beim ersten Aufbau. Die Bestandsaufnahme dauerte eine halbe Minute. Ohne die Notiz w\u00e4re es eine Ausgrabung geworden.\n\nDann kam die \u00dcberraschung: Ein Dienst startete nicht mehr. Er war nicht ausgeschaltet. Er war kaputt.\n\n## Software verf\u00e4llt, wenn man wegschaut\n\nDer Schuldige war schnell gefunden. Ein kleines Hilfsprogramm in meinem Dashboard wird bei jedem Start frisch aus dem Internet zusammengesetzt, immer in der neuesten Version. Das klingt praktisch. Es bedeutet aber auch: Irgendwann ver\u00f6ffentlicht jemand da drau\u00dfen eine neue Version einer Bibliothek, die sich anders verh\u00e4lt als vorher. Genau das war passiert. Version 2.0 einer Abh\u00e4ngigkeit hatte eine Funktion entfernt, die mein Hilfsprogramm noch brauchte. Der Dienst starb beim Start, seit Tagen, ohne dass ich es gemerkt hatte.\n\nDie Reparatur war eine Zeile: die Bibliothek auf die alte Version festnageln. Informatiker nennen das \u201epinnen\". Die Lehre dahinter ist gr\u00f6\u00dfer als die eine Zeile. Software, die sich selbst aktualisiert, ist eine Zeitbombe mit unbekanntem Z\u00fcnder. Mein Zettelkasten kannte diese Lehre \u00fcbrigens schon, aus zwei anderen Vorf\u00e4llen im Juli. Jetzt steht der dritte Beleg drin.\n\n## Zwei Logins sp\u00e4ter: f\u00fcnf Anbieter\n\nAls alles wieder lief, wollte ich mehr. Ich habe Abos bei Grok (das ist die KI von xAI) und bei Kimi, einem Modell aus China, das gerade viele untersch\u00e4tzen. Beide sollten mit ins Dashboard.\n\nIch hatte mich auf einen Bastelnachmittag eingestellt. Es wurden zwei Browser-Logins und ein Skript-Aufruf. Die Br\u00fccke, die meine Abos in das Dashboard holt, konnte beide Anbieter schon von Haus aus. Einmal bei xAI anmelden, einmal bei Kimi, Konfiguration neu erzeugen lassen, fertig. Im Auswahlmen\u00fc stehen jetzt 57 Modelle von f\u00fcnf Anbietern: Anthropic, OpenAI, Google, xAI und Moonshot. Dazu ein sechstes, Llama, das komplett auf meinem Rechner rechnet und nie ins Internet telefoniert.\n\n## Der Moment, der es wert war\n\nDas Beste kam zum Schluss. Ich habe im Dashboard das Kimi-Modell ausgew\u00e4hlt und gefragt, welche Notizen in meinem Posteingang liegen. Kimi hat mein Obsidian-Werkzeug benutzt und mir die 14 Notizen aufgez\u00e4hlt, die dort seit Monaten vor sich hin stauben.\n\nMan muss sich das klarmachen: Ein Modell aus Peking liest meinen lokalen Zettelkasten. Aber es liest ihn zu meinen Bedingungen. Die Werkzeuge h\u00e4ngen an meinem Dashboard, auf meinem Rechner. Welches Modell sie benutzen darf, entscheide ich pro Chat, mit einem Klick im Men\u00fc. Sensibles bleibt beim lokalen Llama, Unkritisches darf in die Cloud.\n\nDas ist der eigentliche Punkt dieses Vormittags. Um die 57 Modelle im Men\u00fc geht es dabei gar nicht, das ist Spielerei. Entscheidend ist, wem die Mitte geh\u00f6rt. Bei den \u00fcblichen KI-Diensten liegt die Mitte beim Anbieter: deine Chats, deine Dateien, dein Verlauf wohnen auf fremden Servern, und du bist zu Gast. Bei mir ist es umgekehrt. Die Mitte ist mein Rechner, und die Anbieter sind G\u00e4ste, die ich einzeln hereinlasse und wieder hinauswerfen kann.\n\nEingerichtet habe ich das alles nicht allein. Die KI im Terminal hat den kaputten Dienst selbst diagnostiziert, den Fix eingebaut, die neuen Anbieter verkabelt und ihre Erkenntnisse f\u00fcr das n\u00e4chste Mal in den Zettelkasten geschrieben. Ich habe zweimal einen Login best\u00e4tigt und einmal \u201eJa, mach so\" getippt.\n\nWer von KI nichts h\u00e4lt, dem sage ich: verstanden, die Bedenken haben Gr\u00fcnde. Aber vielleicht ist das hier ein anderer Blickwinkel. Die Frage ist nicht, ob man diese Werkzeuge benutzt. Die Frage ist, ob man sie bei sich zu Hause empf\u00e4ngt oder bei ihnen zur Untermiete wohnt.",
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