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      "Der dritte Stuhl"
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      "Pro KI gegen contra KI: Die nächste Spaltung läuft schon. Ich habe beschlossen, auf keinem der beiden Stühle zu sitzen."
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  "content": "Als hätten wir an Lagern nicht genug, entsteht gerade das nächste Paar: pro KI und contra KI. Erst wird ein Thema zur Identität, dann zur Front. Ich beobachte das mit einer gewissen Traurigkeit, denn beide Seiten schreien so laut, dass man das Interessanteste überhört: Es gibt einen dritten Stuhl.\n\nEin Teil der Angst ist, glaube ich, eine Kränkung. Kopernikus nahm uns die Mitte des Weltalls, Darwin die Sonderstellung in der Natur, Freud die Herrschaft im eigenen Kopf. Jetzt wackelt das Denk-Monopol, und das kratzt am Selbstbild. Jede dieser Kränkungen hat die Welt am Ende größer gemacht statt kleiner. Demut war noch nie ein Verlust.\n\nEin anderer Teil der Angst ist schlicht berechtigt. Menschen fürchten um ihre Arbeit, ihre Daten und ihre Handlungsmacht gegenüber Konzernen. Diese Sorgen verdienen keine Gegenrede und auch keine Beschwichtigung. Sie verdienen Gebäude.\n\nGenau das ist der dritte Stuhl: KI benutzen, aber zu den eigenen Bedingungen. Die Oberfläche läuft auf dem eigenen Rechner, der Speicher bleibt im eigenen Haus, und die Anbieter sind Gäste, die man einzeln hereinlässt und wieder hinauswirft. Sensibles bleibt beim lokalen Modell, Veröffentlichtes trägt die eigene Unterschrift. Dieses Logbuch ist selbst so ein Gebäude.\n\nWer auf dem dritten Stuhl sitzt, muss die Spaltung nicht gewinnen. Er macht sie überflüssig, einen Leser nach dem anderen. Man streitet nicht mit einem Lager, wenn man stattdessen zeigen kann, wie das Haus aussieht, in dem beides Platz hat: die Technologie und die Souveränität dessen, der sie empfängt.",
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