Ich bin 1976 in der DDR geboren. Als ich dreizehn war, verschwand mein Land über Nacht: Staat, Regeln, Gewissheiten, alles weg. Seitdem weiß ich zwei Dinge. Systeme sind vorläufig. Und danach geht es weiter.
Ab 1991 stand ich in Berliner Kellern, als aus dem Vakuum eine Kultur entstand, die niemand geplant hatte. Techno war meine erste Lektion in Selbstorganisation: Wenn die alten Strukturen fallen, bauen Menschen aus dem Nichts etwas Eigenes. 1996 bin ich ins Internet gegangen und nie wieder raus.
So weit die Geschichte, die auch auf meiner Entwickler-Seite steht. Hier steht der Teil, der dort fehlt.
Der zweite Strang
Parallel zur Technik läuft seit meiner Kindheit ein zweiter Strang: außerkörperliche Erfahrungen, luzides Träumen, später Taoismus, Human Design, das Ra Material. Ich habe früh verstanden, dass Bewusstsein die eigentliche Infrastruktur ist. Der Server ist nur die äußere Schicht davon.
Wer beides ernsthaft betreibt, Knowledge Graphs und das Ra Material, wird in beiden Welten schief angeschaut. Ich habe aufgehört, das als Problem zu sehen. Übersetzen zwischen diesen Welten ist vielleicht das Seltenste, was ich kann: Technik für Bewusstseins-Menschen begreifbar machen und Bewusstsein für Tech-Menschen diskutierbar.
Der Körper als System
Ich bin ausgebildeter ganzheitlicher Gesundheitscoach. Ich lebe ketogen und ancestral, trainiere täglich kurz und betreibe meinen Körper mit derselben Sorgfalt wie meine Server. Souveränität fängt beim Stoffwechsel an.
Ich bin überzeugt, dass wir die Macht des eigenen Stoffwechsels massiv unterschätzen. Die metabolische Sicht auf Krankheit, die mit Otto Warburg vor hundert Jahren begann, lässt mich seit meiner Ausbildung nicht mehr los. Ich verspreche niemandem Heilung, dafür gibt es Ärzte. Ich lebe, was ich für richtig halte, messe, was es mit mir macht, und erzähle ehrlich davon.
Die Bank in der Hosentasche
Dezentralität ist für mich kein Technik-Trend. Sie ist die logische Konsequenz aus 1989: Wer einmal erlebt hat, wie ein Staat samt Währung über Nacht verschwindet, schaut anders auf die Frage, wem das eigene Geld eigentlich gehört. Heute kann jeder Mensch seine Bank in der Hosentasche tragen, mit Werkzeugen wie Bitcoin und Monero. Das halte ich für eine der größten Verschiebungen unserer Zeit, größer als die meisten begreifen.
Ich rede darüber aus der Praxis: Auf meinem Server laufen ein eigener Monero-Node und ein P2Pool, dazu ein eigenes Nostr-Relay und SimpleX-Messaging, erreichbar auch über Tor. Kaufempfehlungen gibt es von mir keine, dafür gibt es Berater. Ich zeige lieber, dass man diese Werkzeuge selbst betreiben kann, ohne irgendwen um Erlaubnis zu fragen.
Die Lehrer, die keine Bücher waren
Meine tiefsten Lektionen kamen nicht aus Kursen. Ein Trennungsschmerz, der mich zerlegt und neu zusammengesetzt hat. Freiwillige Isolation, in der ich gelernt habe, mit mir allein in einem Raum zu sein. Sechs Wochen allein in Kroatien, ohne ein Wort der Sprache, nur mit dem Übersetzer auf dem Handy. Wer sich selbst einmal so begegnet ist, verwechselt Alleinsein nie wieder mit Einsamkeit.
Heute lebe ich mit meinem Kater in einem kleinen Dorf im Oderbruch, auf eigenem Grund, in einem eigenen Haus. Es gibt einen Plan für Bienen.
Wohin das alles führt
Ich nenne meinen Weg Dekonditionierung: das schrittweise Entfernen von allem, was fremde Hände am eigenen Leben haben. Einkommen, Daten, Inhalte, Gesundheit, Bewusstsein. Ich kämpfe nicht gegen Systeme. Ich werde unabhängig von ihnen, und ich gehe diesen Weg öffentlich, prüfbar, mit Signatur.
Ich bin 50. Ich suche nichts mehr. Ich zeige vor.